Internet in der Hochschule

Die Bildungsgesellschaft im Wandel Mit der Entwicklung der modernen Kommunikationssysteme ergeben sich auch für Forschung, Lehre und Ausbildung neue Perspektiven und Herausforderungen. Die zunehmende Vernetzung der Gesellschaft über das Internet macht auch vor den klassischen Bildungsträgern nicht halt. Dabei steht im Fokus nicht nur die Vermittlung von Basiswissen und Fertigkeiten zu
diesem Medium an Schüler und Studenten, sondern darüber hinaus auch die Entwicklung neuer Ansätze der Wissensvermittlung mit Hilfe der digitalen Kommunikationsmedien. Dabei werden laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung (in Zusammenarbeit mit der Heinz Nixdorf Stiftung), genannt Szenario 2005, die öffentlichen Schulen und Hochschulen in direkter Konkurrenz zu privaten Anbietern stehen. Die Verantwortlichen der Studie gehen davon aus, das im Jahr 2005 (also bereits vor 4 bis 5 Jahren) etwa die Hälfte aller Studenten eines Hochschulstudienganges ein virtuelles Studienangebot nutzen werden. Neben den klassischen Universitäten, würden weitere private Anbieter in den Bildungsmarkt drängen. Dies führe zu einer zunehmenden Flexibilisierung eine Studiums und einer Veränderung der Studiengänge vom Generalistischen zum individuell spezialisierten Studienabschluss. Der Modulare Studienaufbau der im Rahmen des Bologna Prozesses umgesetzt wird ist ebenfalls ein Ausdruck dieser Entwicklung. Im Zuge dieser Entwicklung wird die Zahl von Kooperationen zwischen Unternehmen und Bildungsträgern weiter steigen, um die optimale Ausrichtung von Studieninhalten an die Erfordernisse der Praxis zu gewährleisten. Unterm Strich müssen also öffentliche Schulen und Hochschulen darauf achten den Anschluss an die privaten Anbieter nicht zu verpassen. Eine weitere Konkurrenz zu den öffentlichen Institutionen sieht die Studie in sogenannten Bildungsbrokern, die eine durch vollständig individuelle Bildungsangebote den Konkurrenzdruck erhöhen. Mit der flächendeckenden Einführung von Studiengebühren, können sich die öffentlichen Hochschulen auch nicht länger auf einen Wettbewerbsvorteil gegenüber kostenpflichtigen privaten Anbietern verlassen. Technisch haben die öffentlichen Hochschulen mit dem Uninetz bereits einen Rahmen geschaffen. Mit Hilfe dieses großen Intranet haben die Studierenden die Möglichkeit unterschiedlichste virtuelle Angebote der Hochschulen zu nutzen. Angefangen bei Diskussionsgruppen über virtuelle Vorlesungen bis hin zum kompletten Online basierten Studiengang, werden den Studierenden verschiedene Möglichkeiten der Studiengestaltung angeboten. Das Internet in der Hochschule ist tatsächlich zum integralen Bestandteil vieler Studiengänge geworden. Um diese Entwicklung und den Umgang mit den technischen Tools möglichst früh zu fördern, hat sich mit der Initiative Bildungswege in der Informationsgesellschaft, kurz BIG (im Netz unter BIG-Internet zu finden), die Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit anderen Kooperationspartnern dieser Aufgabe angenommen. Ziel dabei sei die Verantwortungsvolle Nutzung des Mediums bei der Vermittlung von Lerninhalten schon in der Schule und eine Stärkung der Qualität von Lehre und Lernen. Die Initiative setzt dabei auf die Schwerpunkte Schule und Hochschule. Beim Schwerpunkt Schule geht es darum sowohl Schülern als auch Lehren die Basisqualifikationen zum Umgang mit dem Internet als Bildungsmedium zu vermitteln. Beim Schwerpunkt Hochschule wird auf den Aufbau und die qualitative Absicherung von Wissensnetzen gesetzt.

Tags: Internet; Hochschule; Universität